Wissen · Glossar

B2G-Glossar.

Die wichtigsten Begriffe rund um Verwaltung, Vergabe, Gesundheitswesen und Sicherheit — kurz und zitierfähig erklärt.

Bauverwaltung 3.0

Konzept einer Musterbaubehörde mit volldurchgängig digitalen Genehmigungsverfahren: digitale Antragstellung, automatisierte Vorprüfung und BIM-optimierte Schnittstellen verkürzen Baugenehmigungen erheblich — ein Standortvorteil für die regionale Wirtschaft.

BIM (Building Information Modeling)

Methode der vernetzten, mehrdimensionalen Planung von Bauwerken auf Basis digitaler Gebäudemodelle. Im öffentlichen Bau ermöglicht BIM u.a. die Nutzerbedarfsermittlung in 3D und die Optimierung von Schnittstellen in Genehmigungsverfahren.

Fördermittelmanagement

Systematische Identifikation passender Förderprogramme, Unterstützung bei der Antragstellung und Überwachung der Mittelverwendung — damit öffentliche Finanzierungen effizient genutzt werden und Fristen oder Nachweispflichten nicht zum Risiko werden.

Funktionale Leistungsbeschreibung

Vergabeunterlage, die beschreibt, WAS eine Leistung können muss, statt WIE sie im Detail auszuführen ist. Öffnet den Wettbewerb für innovative Lösungen und schafft die Basis für faire, effiziente Vergabeverfahren.

GRC (Governance, Risk & Compliance)

Zusammenspiel aus Unternehmensführung, Risikomanagement und Regelkonformität. Im Sicherheitskontext: die Einbettung von Schutzkonzepten in eine abgestimmte Strategie, die regulatorische Anforderungen und organisationsspezifische Bedürfnisse verbindet.

KHVVG (Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz)

Die Krankenhausreform ordnet über Leistungsgruppen die Versorgungsaufträge neu — mit direkten Folgen für Standortstrukturen, Flächenbedarfe und Investitionsprioritäten der Träger. Masterplanungen übersetzen die Reform in bauliche und wirtschaftliche Entscheidungen.

KRITIS / KRITIS-Dachgesetz

Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind Anlagen mit wesentlicher Bedeutung für das Gemeinwesen — etwa Energie, Wasser, Gesundheit. Das KRITIS-Dachgesetz verpflichtet Betreiber erstmals sektorübergreifend zu physischer Resilienz: Registrierung, Risikoanalysen, Mindestmaßnahmen und Meldepflichten.

NIS-2

EU-Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit, die deutlich mehr Unternehmen und Einrichtungen als bisher zu Cyber-Risikomanagement, Meldepflichten und Governance-Nachweisen verpflichtet. Zusammen mit dem KRITIS-Dachgesetz bildet sie den neuen Ordnungsrahmen für Resilienz in Deutschland.

OZG 2.0 (Onlinezugangsgesetz)

Das OZG-Änderungsgesetz verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, Verwaltungsleistungen digital anzubieten — mit Fokus auf Ende-zu-Ende-Digitalisierung, Nutzerkonten (BundID) und dem Once-Only-Prinzip über die Registermodernisierung.

ÖPP (Öffentlich-Private Partnerschaft)

Kooperationsmodell, bei dem öffentliche Hand und private Wirtschaft Infrastrukturprojekte gemeinsam finanzieren, bauen oder betreiben. Neue Vertragsstrukturen machen ÖPP zu einem Hebel gegen den kommunalen Investitionsstau.

PMO (Project Management Office)

Zentrale Einheit für Planung, Steuerung und Umsetzung komplexer Projekte: Schnittstellenmanagement, Termin- und Risikomanagement, Reporting. Sorgt für Transparenz und planbare Ergebnisse — intern aufgebaut oder extern besetzt.

Registermodernisierung

Vernetzung der deutschen Verwaltungsregister, damit Bürger und Unternehmen Nachweise nur einmal einreichen müssen (Once-Only-Prinzip). Grundlage für durchgängig digitale Verwaltungsleistungen nach OZG 2.0.

Vergabestelle (ausgelagert)

Externe Übernahme des kompletten Beschaffungsprozesses von der Ausschreibung bis zum Zuschlag. Entlastet interne Ressourcen und sichert rechtssichere, transparente Verfahren — besonders bei umfangreichen Vorhaben.

Vireale Sicherheit

Von Luther Public Services geprägter Begriff (virtuell + real) für die nahtlose Verknüpfung von Cyber-Sicherheit und physischer Sicherheit: Bedrohungen machen nicht an der Grenze zwischen digitaler und realer Welt halt — Schutzkonzepte dürfen es auch nicht.

Zielplanung (Krankenhausbau)

Strategische Planung der baulichen und infrastrukturellen Entwicklung einer Gesundheitseinrichtung: Bedarfsprognose, Funktionsprogramm und Flächenkonzept als Grundlage für Investitionsentscheidungen und Förderanträge.